Willkommen bei ClassicPassion Foren ClassicPassion Forum Von Solihull in die ganze Welt: Der Land Rover

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  • #19609
    Avatar-Fotohugoservatius
    Administrator

    Nach fast vier Jahren ClassicPassion ist es mir aufgefallen! Was? Daß es in diesem wunderbaren Forum keinen Thread über eines meiner absoluten Lieblingsautos gibt!

    Deshalb, meine klugen Leserinnen und schönen Leser, hier jetzt der Land Rover Thread, von der Isle of Islay über Solihull und Daktari auf die Boulevards der Welt!    Und in meine Garage…

    Meinen ersten Land Rover bekam ich ca. 1968, er war sehr klein, Maßstab 1:43, und dennoch ein Filmstar, aber wer hier kennt die wunderbare Serie „Daktari“ nicht?

    Ich besitze ihn bis heute, ich bin ja ein Freund des Erstbesitzes von Kraftfahrzeugen, Löwe und Tiger sind auch noch vorhanden, nur der Schimpanse ist irgendwann verloren gegangen…

    Fortan liebte ich diese Autos, wie so viele Englische Fahrzeuge dieser Epoche, man sieht, wo meine Vorliebe für Autos von der Insel herkommt, wenn man sich die Spielzeugautos meiner Kindheit anschaut!

    Natürlich liebte ich auch die wundervollen Jaguare, die Kombination aus Land Rover und Jaguar erschien mir, insbesondere nachdem ich diese Anzeige in der großartigen Motor Revue Anfang der siebziger Jahre gesehen hatte, als geradezu zwangsläufig…

    Fortan war klar: Ich brauche einen Land Rover, wenn ich einmal groß bin! Und mindestens einen Jaguar. Das ganze dauerte noch eine ganze Zeit, in der Zwischenzeit tröstete ich mich mit den entsprechenden Modellen, inzwischen tatsächlich im Maßstab 1:18:

    Die Modelle halfen mir über die Wartezeit hinweg, bis ich endlich meinen eigenen Defender hatte, jedenfalls so irgendwie, er gehörte mir nicht wirklich, aber ich durfte ihn benutzen, es war herrlich!

    Es handelte sich um einen recht rustikalen Defender 300 TDI in nicht wirklich schlechtem, aber auch nicht wirklich gutem Zustand, ich lernte viel über den Umgang mit einem Defender, zum Beispiel, daß er nie wirklich heil, aber auch nie wirklich kaputt ist. Bis zu dem Tag, an dem er einen kapitalen Getriebeschaden hatte…

    In der Folgezeit fuhr ich dann wieder häufiger Defender, in diesem Fall einen 130 TD5, aufgebaut und ausgerüstet vom Kölner Spezialisten Matzker, ein genialer Wagen für die Fahrt von Timbuktu nach Bagdad, weniger für die Fahrt von Tempelhof nach Britz.

    Der Defender gehörte einem sehr guten Freund, der mir den Wagen sehr regelmäßig generös überließ, was zur Folge hatte, daß der Wunsch nach einem wirklich eigenen Defender immer bohrender wurde!

    Und so fing ich an, die einschlägigen Portale zu durchsuchen, die einschlägigen Händler aufzusuchen und die einschlägigen Magazine zu studieren.

    Ein kurzer Defender sollte es sein, deutlich unter 100.000 km gelaufen, scheckheftgepflegt und möglichst aus erster Hand. Und grün sollte er sein. Oder vielleicht doch eine ganz andere Farbe? Schwarz schied von vorne herein aus, Blau war nie so meins, Anthrazitmetallic und Silbergrau erschienen mir immer zu schick für einen Land Rover, weiße Defender erinnerten mich immer an Friedensmissionen der UN, welche Farbe würde ein wirklich exzentrischer Brite für seinen Defender auswählen?

    Rot! Unbedingt Rot und unbedingt mit weißem Dach und weißen Rädern! Das wäre es, ich änderte die Suchparameter und – plopp: Da war er, ein Defender 90 SE TD5, deutlich unter 100.000 km gelaufen, aus erster Hand und immer beim Vertragshändler gewartet. In Rimini-Red-Metallic, natürlich mit weißem Dach! Preislich eher günstig, ich rief sofort die angegebene Nummer an, der Verkäufer war ein sehr angenehmer Herr und nicht unbedingt ein Verkaufstalent, er meinte, daß jeder, der bisher angerufen hätte, eigentlich einen grünen gesucht hätte und sich trotz des guten Zustands nicht für Rimini-Red-Metallic erwärmen konnte.

    Ich ging über diese Bemerkung zunächst hinweg, vereinbarte, zwei Tage später nach Soest zu reisen, um das Auto zu besichtigen.

    Mein Freund F., dem der weiße Defender 130 gehörte, und ich, bestiegen einen Mietwagen und fuhren bei furchtbarem Wetter in den Westen der Republik, der Wagen stand vor einem veritablen Anwesen mit Pferdeställen und Vorfahrt, der Wagen war schrcklich schmutzig und ziemlich unaufgeräumt, aber, wie mir F. zuflüsterte, in sehr gutem Zustand, so daß wir in eine harte Verhandlung mit Herrn P., dem Verkäufer, einstiegen:

    F. führte den leichten Flugrost an der Hecktraverse an, den er als starke Durchrostung apostrophierte, zudem die leckende Ventildeckeldichtung, wie ich nachher erfuhr, ist das völlig normal für den Motor, ich beklagte die ja wirklich furchtbare Farbe und den beklagenswerten Pflegezustand, Herr P. senkte den Preis nochmals um einen vierstelligen Betrag und merkte an, daß wir ja recht seriös seien, er könnte den Wagen zu diesem Preis mit ausweisbarer Mehrwertsteuer verkaufen, wenn wir nicht bei jeder durchgebrannten Glübirne auf die Gewährleistung pochen würden.

    Als wir in seinem Büro auf die Bestätigung seiner Bank über den Eingang der Expressüberweisung warteten und einen wirklich guten Cappuccino tranken, erzählte er, daß er den Wagen für seine Frau und ihre Pferde erworben hätte, jetzt sei diese weg und mit ihr die Pferde, deshalb brauche er ihn nicht mehr, es sei, als er ihn erwarb, der einzige Defender, der sofort lieferbar war, gewesen, deshalb habe er die Farbe in Kauf genommen, was ich denn jetzt machen würde, neu lackieren oder folieren lassen?

    „Sie müssen jetzt ganz stark sein, Herr P.!“ sagte ich und erwähnte verlegen lächelnd, daß ich genau diese Farbe gesucht hätte…  Er schaute sehr ernst, schüttelte ein wenig den Kopf und meinte, daß es nicht stimmen würde, daß ich Architekt sei. Ich müsse Berufspokerspieler sein!

    Als das Fax schießlich aus der Maschine ratterte, bestiegen wir den Defender, F. brachte den Mietwagen weg und ichg führ in die nächste Waschanlage, warf den ganzen Krempel aus dem Laderaum weg und saugte den Defender gründlich aus. Er sah aus wie neu und die Sonne kam zwischen dem Wolken durch!

    Allerbester Laune fuhren wir nach Berlin zurück, der Wagen lief bestens und als wir nach ein paar Stnden wieder in Berlin ankamen, sagte Frau Servatius beim Anblick des Autos: „Na, der Name ist klar: Bloody Mary!“

    14 Tage später gab Land Rover die Produktionseinstellung des Defenders zum Modelljahr 2015 bekannt.  Seither steigen die Preise ohne Unterbrechung…

    Herzlich willkommen hießen wir die Bloody Mary zusammen mit zwei nahen Verwandten, dem weißen Defender 130 meines Freundes F. und dem schwarzen Defender 110 unseres Freundes M., das Familientreffen fand nahe F.’s Wine-Bar statt.

    In den folgenden Monaten widmete ich einen Großteil meiner Zeit der Perfektionierung und Optimierung des wunderbaren Autos, weiße Stahlfelgen mit neuen Reifen ersetzten die viel zu modischen Alufelgen, der Wagen wurde von unten komplett vom völlig normalen Flugrost befreit, lackiert und konserviert, der Innenraum wurde vielfältig aufgewertet, die diversen Plastikanbauteile wurden durch solche aus Edelstahl ersetzt, ich ließ passende Teppiche anfertigen und ein Holzlenkrad montieren, kurzum, der als Gebrauchsfahrzeug gedachte Land Rover wurde zum Schmuckstück und feinsten Defender der Stadt!

    Ja, das ist meine Land Rover-Geschichte, die Bloody Mary ist jetzt über 11 Jahre in meinem Besitz und jede Ausfahrt mit dem wunderbaren Traumauto ist ein riesiges Vergnügen! Und ab und zu ertappe ich mich dabei, wie ich mich ganz leicht selber kneife, um zu realisieren, daß ich eines meiner ewigen Traumautos besitze!

    Immer noch zutieftst verliebte Grüße, Hugo.

    „Also, ich mußte wieder auf ein paar Tage nach Bodenwerder. Meine Mutter wollte mich dringend sprechen. Sie hatte angerufen, ich solle doch bitte mal rasch kommen, es war ganz unheimlich gewesen am Telefon.“

    #2136
    Avatar-FotoMax
    Teilnehmer

    Vor das Operncafé fährt man derweil mit dem Landy:

    Nimmt mich jemand mit nach Bodenwerder? Dort soll es schön sein.

    #2145
    Avatar-FotoSechskommadrei
    Teilnehmer

    Dabei sieht man ihm seine böse Seele gar nicht an …

    Bodenwerder: klimaneutral seit 1963!

    #2148
    Avatar-Fotohugoservatius
    Administrator

    Die Bloody Mary hat keine böse Seele, im Gegenteil!

    Land Rover-affine Grüße, Hugo.

    „Also, ich mußte wieder auf ein paar Tage nach Bodenwerder. Meine Mutter wollte mich dringend sprechen. Sie hatte angerufen, ich solle doch bitte mal rasch kommen, es war ganz unheimlich gewesen am Telefon.“

    #2282
    Avatar-FotoDominik
    Teilnehmer

    Rennfahrer aus Bodenwerder sucht Festanstellung in der großen weiten Welt, Reisebereitschaft bis 50km vorhanden.

    #2396
    JaHaHe
    Teilnehmer

    Die Bloody Mary hat keine böse Seele, im Gegenteil!

     

    Das kann ich nur bestätigen, die Bloody Mary ist ein sehr freundliches Auto, nur über so manchen SUV rümpft sie manchmal die Nase!   Zur Achsfestigkeit sei festgestellt: Die Bloody Mary befördert auch große Zuladung im Kofferraum (Bücher und adipösen Banker) ohne Achsbruch!

    Sich auf die nächste Fahrt in der Bloody Mary, gerne ins Engelbecken, freuende Grüße

    J.

    • Diese Antwort wurde geändert vor 3 Jahren, 10 Monaten von JaHaHe.

    "Also, es fängt damit an, daß ich bei Fisch-Gosch in List auf Sylt stehe und ein Jever aus der Flasche trinke und von Bodenwerder träume"

    #2414
    Avatar-FotoSan Remo
    Administrator

    Sich auf die nächste Fahrt in der Bloody Mary, gerne ins Engelbecken, freuende Grüße J.

    Wird das Fahrzeug regelmäßig als Zubringer in Berliner Restaurants genutzt?

    So lange ich hier was zu sagen habe, wird es kein Formel 1 Rennen in Bodenwerder geben! Bernie Ecclestone NZZ vom 24.07.2020

    #2417
    Avatar-Fotohugoservatius
    Administrator

    Sich auf die nächste Fahrt in der Bloody Mary, gerne ins Engelbecken, freuende Grüße J.

    Wird das Fahrzeug regelmäßig als Zubringer in Berliner Restaurants genutzt?

    Unbedingt!

    Kulinarische Grüße, Hugo.

    „Also, ich mußte wieder auf ein paar Tage nach Bodenwerder. Meine Mutter wollte mich dringend sprechen. Sie hatte angerufen, ich solle doch bitte mal rasch kommen, es war ganz unheimlich gewesen am Telefon.“

    #2523
    Avatar-FotoBWQ .
    Teilnehmer

    #4759
    Avatar-FotoSechskommadrei
    Teilnehmer

    Das Auto nun auf einer Ostseeinsel versteckende Grüße

    ??

    Den hier muss man zum Glück nicht verstecken:

    Einen schönen Sonntag in die Runde wünscht

    6,3

    Bodenwerder: klimaneutral seit 1963!

    #4812
    Avatar-FotoBWQ .
    Teilnehmer

    #4958
    Avatar-Fotohugoservatius
    Administrator

    Gerüstet für den nächsten Corona-Lockdown in der Bundeshauptstadt!

    Noch nüchterne Grüße, Hugo.

    „Also, ich mußte wieder auf ein paar Tage nach Bodenwerder. Meine Mutter wollte mich dringend sprechen. Sie hatte angerufen, ich solle doch bitte mal rasch kommen, es war ganz unheimlich gewesen am Telefon.“

    #5364
    Avatar-FotoMax
    Teilnehmer

    Heute zur Mittagspause:

    Herbstliche Grüße

    Max

    Nimmt mich jemand mit nach Bodenwerder? Dort soll es schön sein.

    #5503
    Avatar-FotoSan Remo
    Administrator

    Ich frage mich ob Herr @Hugoservatius hier dabei war, der Wagen kommt schon mal aus der richtigen Ecke.

    So lange ich hier was zu sagen habe, wird es kein Formel 1 Rennen in Bodenwerder geben! Bernie Ecclestone NZZ vom 24.07.2020

    #5505
    Avatar-Fotohugoservatius
    Administrator

    Ich frage mich ob Herr @Hugoservatius hier dabei war, der Wagen kommt schon mal aus der richtigen Ecke.

    Nein, lieber Herr Remo, da war ich nicht dabei!

    Nein, einen Discovery mag ich nicht so arg gerne, entweder fahre ich den Defender oder den Range Rover, außerdem: Diese „Land Rover Experience“, das ist nix für mich, da ist es heiß, feucht, matschig und man übernachtet im Zelt, und zwar nicht in solch einem hier:

    Auch trugen die Teilnehmer da immer so unelegante Funktionskleidung und wahrscheinlich niemals ein Einstecktuch, deshalb habe ich mich damals entschieden, lieber nicht eine solche Pauschalreise durch Afrika anzutreten, sondern mit meinen lieben, alten Freunden, Bror Blixen und Dennis Finch Hatton, den Kontinent zu erkunden, hier ein Bild unserer kleinen Reisegruppe beim Apéro vor dem Lunch im wundervollen „The Norfolk“ in Nairobi, wo schon Theodore Roosevelt gewohnt hat:

    Leider haben sich die Zeiten geändert, das „Norfolk“ gehört inzwischen zur Fairmont-Hotelkette und hat den Schmelz der Vergangenheit verloren und auch unser Fortbewegungsmittel, der wundervolle Land Rover 109 V8 Stage One ist inzwischen auf dem Seeweg aus Dar es Salam nach Deutschland zurück gekehrt:

    Seither fahre ich im Land Rover bevorzugt auf Brandenburgischen Landstraßen durch die Herbstwälder!

    Aber das mit dem Reisen ist ja sowieso nix mehr, in Corona-Zeiten, aber in Erinnerungen schwelgen überträgt ja keine Vieren…

    Melancholische Grüße, Hugo.

    „Also, ich mußte wieder auf ein paar Tage nach Bodenwerder. Meine Mutter wollte mich dringend sprechen. Sie hatte angerufen, ich solle doch bitte mal rasch kommen, es war ganz unheimlich gewesen am Telefon.“

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