Willkommen bei ClassicPassion Foren ClassicPassion Forum Wie ich nach Wiesbaden fuhr, um einen Jaguar zu putzen.

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  • #18950
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    Der Anruf kam um die Mittagszeit, Herr Remo berichtete von den Wehwehchen seiner Patienten, vom Wetter, davon, wie spektakulär schnell das Gelbe Wunder fahren würde und ganz en Passant von einer Patientin, Frau N., einer feinen, alten Dame, der er schon seit geraumer Zeit empfohlen hatte, auf das Führen eines Kraftfahrzeuges zu verzichten, da Sie diese Empfehlung tatsächlich ernst genommen hatte und deshalb beschlossen hatte, sich von ihrem Jaguar zu trennen, hatte sie das örtliche Jaguar-Autohaus, wo sie und ihr verstorbener Gatte seit Jahrzehnten Kunden waren, kontaktiert und dort hatte man ihr angeboten, den Wagen abzuholen und ihr dafür einen Betrag zu überweisen, der nicht einmal gereicht hätte, um die Fixkosten für den Unterhalt ihrer Villa in einem einzigen Monat zu decken.

    Man hatte ihr ein Taschengeld angeboten und das hatte sie empört Herrn Remo berichtet. Früher nannte man so etwas Witwenbetrug, nach einer oberflächlichen Aufbereitung wäre der Wagen vermutlich ein paar Tage später für den fünffachen Preis bei mobile.de zu finden gewesen…

    Mein lieber Freund beschloß daraufhin, sich den Jaguar anzusehen, fuhr ihn zur Probe und sagte Frau N., daß entweder er oder aber ein Jaguar-affiner Freund den Wagen vor dem besagten Autohaus retten würden…

    „Hugo, meinst Du nicht, daß der Jaguar etwas für unseren lieben, alten Freund Robert wäre, mir ist er zu groß, aber Robert sammelt doch Autos dieser Marke und der hätte sicher Freude an dem Wagen!“ sprach Herr Remo in den Fernsprechapparat.

    „Nix da!“ rief ich spontan und schon leicht erregt, „Robert hat genug Jaguare und ich nicht, außerdem wird Schröder uns verlassen, den Wagen nehme ich, für das Geld, da wird nicht einmal Frau Servatius ungehalten sein!“.

    Gesagt, getan, am nächsten Tag kaufte Herr Remo den Jaguar für mich, ein frühes Exemplar des letzten Jaguars, der so aussieht, wie ein Jaguar aussehen sollte, ein XJ 6 der Baureihe X350, green over tan, 20 Jahre alt, mit überschaubarer Laufleistung, einigen, dem Alter der Besitzerin geschuldeten Kampfspuren, 16“-Rädchen und einem ganz wunderbaren Interieur, im Vergleich zu seinem extrem eleganten Vorgänger zwar etwas groß geraten, aber dennoch und gerade im Vergleich zu heutigen Autos einfach wunderbar!

    Ich begann zu recherchieren, bei YouTube gibt es unzählige Filmchen, in denen schlecht gekleidete Vertreter der Lower Middleclass günstige X350 erwerben, in furchtbarem Englisch beschreiben, probefahren und in der Regel recht positiv bewerten, ich suchte in meinem Prospektarchiv den Prospekt des betreffenden Jahrgangs heraus, erwarb ein maßstabsgetreues Modell des Wagens und stellte mich darauf ein, einen Jaguar mit sehr kleinen Rädern zu fahren, andererseits, bei dem Preis?

    Nur interessehalber gab ich bei Google das Stichwort „Jaguar X350 Originalfelgen 18““ ein, plopp, da waren sie, mit fast neuwertigen Reifen und roten Nabendeckeln, für nicht mehr als ein unspektakuläres Nachtessen für zwei in der Kronenhalle kostet, und das Beste war, daß sie ganz in der Nähe von Wiesbaden angeboten wurden, ganz großartig!

    Und so kam es, daß ich am Dienstag nach Wiesbaden reiste, mit den Papieren und den passenden Nummernschildern. Und einer großen Menge Putzlappen. Und einer Jaguar Drivers Club-Plakette, einem kleinen Jaguar-Devotionalien-Kästchen, einem dunkelgrünen Briggs-Schirm und zwei kleinen Union Jacks.
    Um einen Jaguar zu putzen.

    Herr Remo hatte die Aktion generalstabsmäßig vorbereitet, Termine für mich vereinbart, Absprachen getroffen und außerdem noch Robert fernmündlich beruhigt, der tief traurig war, daß nicht er den Jaguar erwerben konnte…

    Das Ergebnis kann sich sehen lassen, finde ich:

    Nicht nur dafür lohnte die Reise in die Hessische Landeshauptstadt unbedingt, sondern ganz besonders auch für den wunderbaren Besuch bei Herrn Remo und das große Vergnügen, Frau N. die Hand küssen zu dürfen!

    Im Sinne von Jean Pauls „Dr. Katzenbergers Badereise“, in der der Protagonist nach Baden Baden reist, um einen Kritiker zu verprügeln, bevorzuge ich Wiesbaden, einen Kraftwagen und den sanften Umgang mit fein geformtem Blech als Anlaß für einen kleinen, literarischen Exkurs…

    Fortsetzung folgt, von der Wagenpflege erschöpfte Grüße, Hugo.

    „Also, ich mußte wieder auf ein paar Tage nach Bodenwerder. Meine Mutter wollte mich dringend sprechen. Sie hatte angerufen, ich solle doch bitte mal rasch kommen, es war ganz unheimlich gewesen am Telefon.“

    #18951
    Avatar-FotoSan Remo
    Administrator

    Wie sagte Frau N. als ich den Wagen, ein, sagen wir mal halber Scheunenfund wieder mit einer neuen Batterie in Gang brachte; “ Mein Gott, was Sie alles können Herr Dr.“, ich fühlte mich gut und irgendwie gebraucht.

    Tatsächlich ist er für meine täglichen Bedürfnisse etwas zu voluminös aber trotzdem wunderschön und sehr begehrenswert, er musste einfach bei einem von uns bleiben. Irgendwie war/ist das dann auch ein kleines Projekt von Herrn Servatius und mir geworden und wir haben zwei schöne Tage zusammen erlebt, im Mittelpunkt „Prince Philipp“ und die kleinen Tätigkeiten in diversen Wiesbadener Institutionen.

    Wer Herrn Servatius kennt, weiss, er wird den Wagen möglichst schnell in einen fast Auslieferungszustand versetzen, begonnen hat der damit schon.

    Nach wie vor über dem Grünen begeisterte Grüße    San Remo

     

     

    P.S.  Wo Frau N. den Zweitschlüssel hinverschusselt hat, müssen wir noch klären, hätte ich ihn doch nur gleich an mich genommen.

    • Diese Antwort wurde geändert vor 8 Monaten, 2 Wochen von Avatar-FotoSan Remo.
    • Diese Antwort wurde geändert vor 8 Monaten, 2 Wochen von Avatar-FotoSan Remo.

    So lange ich hier was zu sagen habe, wird es kein Formel 1 Rennen in Bodenwerder geben! Bernie Ecclestone NZZ vom 24.07.2020

    #18956
    Avatar-Fotohugoservatius
    Administrator

    Ein grüner Jaguar also.
    Hatten wir doch schon mal.
    Lange ist es her, ein wunderschöner XJ6 der Serie X300.

    Der X350 wurde 2003 als Nachfolger des extrem eleganten X300/308 präsentiert und war ein völlig neues Auto, eine hochmoderne und sehr leichte Alu-Spaceframe-Konstruktion, man merkt dem Wagen an, daß er sehr viel weniger wiegt als sein Vorgänger und seine Mitbewerber, er fährt sich wunderbar leicht und mühelos.

    Eswas schizophren ist die Tatsache, daß man ihm seine Modernität nicht ansieht, er schaut aus wie der Vorgänger nach einer dreimonatigen Kreuzfahrt auf einem „All you can eat“-Dampfer, er ist runder, höher, größer geworden als der X300, zunächst gefiel mir das nicht besonders.

    Ich habe mich immer gefragt, warum Jaguar nicht zu einer moderneren Formensprache mit klassischen Elementen gefunden hat, so wie beim R-Coupé Concept von 2001, einem Fahrzeug, was ich sehr gelungen finde.

    Der X350 ist unter dem eher sehr traditionalistischen Blech hochmodern, bei seinem Nachfolger, dem X351, da haben sie es dann in die andere Richtung übertrieben, der ist kein Jaguar mehr und auch nicht wirklich „Cool Britannia“.

    Wie ich erwähnte, war ich vom X350 zunächst nicht vollständig begeistert, zumal die frühen Exemplare schrecklich kleine Räder hatten, was dem Aussehen auch nicht wirklich half, große Männer mit kleinen Füßen haben auch immer etwas seltsames.

    Aber dieser Jaguar ist ein Auto, was mit den Jahren optisch immer besser wurde, was sowohl am herrlich traditionalistischen Design des Wagens liegt, an seinen teilweise sehr feinen Details und ganz sicher auch daran, daß vergleichbare Fahrzeuge der Neuzeit teilweise wirklich immer schrecklicher aussehen.

    Das Exemplar, was ich von Frau N. zu übernehmen das Privileg hatte, ist solch ein recht frühes Exemplar in der klassischen Farbgebung British-Racing-Green mit heller Lederausstattung und sehr viel Holz.  Und mit 16“-Rädern von erschütternder Belanglosigkeit.
    Diese liegen jetzt schon in meiner Garage, werden nochmals gründlich gereinigt, photographiert und dann verkauft!
    Stattdessen trägt der Wagen jetzt die schönen 18“-Räder, ein feiner Kompromiß zwischen den kleinen Originalfelgen und den zu großen, zu ostentativen 20“-Rädern mancher anderer Exemplare.

    Und die üblichen Edelstahlnummernschildunterlagen hat er auch schon, dazu ein schönes, sehr passendes Kennzeichen und die unvermeidlichen, emaillierten Union Jacks an der Seite.

    Natürlich hat der Wagen ein paar optische Blessuren an den üblichen, vulnerablen Stellen, mit zunehmendem Alter werden Garageneinfahrten immer enger und diese in den Weg springenden Tiefgaragenstützen werden auch immer dreister! Mein hervorragender Lackdoktor wird das schon hinbekommen, Unigrün sei einfach beizulackieren, sagt er.

    Gründlich gewaschen wurde er, schließlich war das der Zweck meiner Reise zu Herrn Remo, ausgesaugt, sauber gemacht und mit den notwendigen Accessoires bestückt, das zwar zwei Jahre alte, dennoch goldgelbe Öl wurde kontrolliert, seit dem letzten Ölwechsel wurde er 245 km bewegt, er wurde vollgetankt und:
    Wieder zu Frau N. in die Garage der Villa gestellt.

    Warum das?
    Im Oktober werden Frau Servatius und ich einen kleinen Road-Trip unternehmen, mit dem Mietwagen – don’t be gentle, it’s a rental – geht es zu Familie Remo, dann, zunächst ganz sanft und vorsichtig, schließlich muß er sich ja erst mal wieder daran gewöhnen, ernsthaft gefahren zu werden, von Wiesbaden zunächst nach München, weiter nach Salzburg, dann zurück nach Frankfurt, wo wir das Vergnügen haben werden, an der Hochzeit des Jahres teilnehmen zu dürfen, man wird darüber im Tatler und vergleichbaren Gazetten lesen, ich denke, daß uns der Wagen einen entsprechenden Auftritt verschafft, ich liebe diese Aura von altem Geld und großer Gelassenheit, wie sie Prince Philip verströmt.

    Prince Philip???
    Ja, Prince Philip.

    Meine Autos haben ja sehr oft Namen und beim Anblick des X350 kam mir die Assoziation zum Duke of Edinburgh in den Sinn, etwas zu groß, ein wenig steif und dennoch sehr elegant und zudem von einem modernen Geist geprägt.

    Deshalb: Prince Philip. Welcome, Your Royal Highness!

    Und das Allerschönste an diesem Jaguar:
    Es ist das gemeinsame Projekt und Baby von Herrn Remo und mir.
    Danke, lieber Freund!

    Und die Sache mit Robert biegen wir auch wieder gerade, der wird sich schon wieder beruhigen!

    Den Oktober herbeisehnende Grüße, Hugo.

     

    „Also, ich mußte wieder auf ein paar Tage nach Bodenwerder. Meine Mutter wollte mich dringend sprechen. Sie hatte angerufen, ich solle doch bitte mal rasch kommen, es war ganz unheimlich gewesen am Telefon.“

    #18957
    Avatar-FotoErictrav .
    Teilnehmer

    Mein lieber Herr Servatius, herzlichen Glückwunsch zum wunderbaren Jaguar.

    Ein etwas verkanntes Auto, technisch sehr hohes Niveau, nicht ganz so elegant wie der Vorgänger, aber tatsächlich wie ein guter Wein. Je älter, je besser.

    Der S-Klasse war er in vielen technischen Lösungen voraus und dank Aluminium bleibt man in der Regel auch von Rost verschont. Man schaue sich mal S-Klassen mit dem Alter an, ein Graus.

    Leider leidet der Ruf als Gebrauchter unter den Diesel Motoren die er als erster XJ bekam. Aber welcher Trottel fährt schon Jaguar Diesel.

    Auch der Innenraum sieht toll aus, insgesamt scheint es ein toller Daily oder natürlich ein idealer Kilometerfresser zu sein.

    Bequem,  elegant und eine wunderbare Abwechslung im Straßenbild.

    Da hat es sicher ein wenig inneren Zwist gekostet, ihn gleich wieder einzusperren. Katzen brauchen Auslauf.

    Und lieber Herr Remo, sollte Ihnen sowas feines nochmal über den Weg laufen, die Rufnummer der hiesigen Krabbenpulanstalt ist Ihnen bekannt.

    Allzeit gute (und elegante) Fahrt!

    Leicht neidische Grüße aus der Provinz, Eric

    P.S: auch wenn jetzt alle die Hände über den Kopf zusammenschlagen, den Nachfolger mag ich mittlerweile auch sehr. Insbesondere mit dem letzten Facelift.

    Das Blöde am Urlaub sind die Touristen.

    Don't drink and drive!

    #18959
    Avatar-Fotohugoservatius
    Administrator

    Mein lieber Herr Servatius, herzlichen Glückwunsch zum wunderbaren Jaguar. Ein etwas verkanntes Auto, technisch sehr hohes Niveau, nicht ganz so elegant wie der Vorgänger, aber tatsächlich wie ein guter Wein. Je älter, je besser. Der S-Klasse war er in vielen technischen Lösungen voraus und dank Aluminium bleibt man in der Regel auch von Rost verschont. Man schaue sich mal S-Klassen mit dem Alter an, ein Graus. Leider leidet der Ruf als Gebrauchter unter den Diesel Motoren die er als erster XJ bekam. Aber welcher Trottel fährt schon Jaguar Diesel. Auch der Innenraum sieht toll aus, insgesamt scheint es ein toller Daily oder natürlich ein idealer Kilometerfresser zu sein. Bequem, elegant und eine wunderbare Abwechslung im Straßenbild. Da hat es sicher ein wenig inneren Zwist gekostet, ihn gleich wieder einzusperren. Katzen brauchen Auslauf. Und lieber Herr Remo, sollte Ihnen sowas feines nochmal über den Weg laufen, die Rufnummer der hiesigen Krabbenpulanstalt ist Ihnen bekannt. Allzeit gute (und elegante) Fahrt! Leicht neidische Grüße aus der Provinz, Eric P.S: auch wenn jetzt alle die Hände über den Kopf zusammenschlagen, den Nachfolger mag ich mittlerweile auch sehr. Insbesondere mit dem letzten Facelift.

    Vielen Dank, lieber Herr Trav!

    Was mich wirklich begeistert hat, ist, wie unglaublich leichtfüßig und gut sich der Wagen fahren läßt, mit einem Gewicht von ca. 1,5 Tonnen bei einer solchen großen Limousine ist er mit dem 3,0 l-V6 wirklich gut motorisiert, er bewegt sich nicht wie ein XJ-R, aber ausgesprochen flott und fast unhörbar.

    Im Vergleich zu meinem vorigen XJ6, dem X300, fährt es sich völlig anders, viel moderner, ohne seine Britishness verloren zu haben. Insofern bin ich überglücklich mit Prince Philip und freue mich sehr auf den bevorstehenden Road-Trip nach Salzburg!

    Und, ja, ihn wieder in die Garage zu stellen, fiel mir nicht leicht, aber die kommenden Wochen ohne den Wagen steigern nur die Vorfreude! Und dann bekommt er seinen Auslauf, ganz sicher, und wenn er dann von der Kosmetik kommt und die diversen kleinen Blessuren beseitigt sind, dann ist er mir hoffentlich nicht auch wieder zu schade, ihn zu benutzen, ich kenne meine Neurosen ja besser als jeder andere…

    Ach ja: Einen ernsthaften Kritikpunkt habe ich. Den Zündschlüssel, er ist wirklich nicht besonders elegant und wenn er im Zündschloß steckt, zielt er bei meinen langen Beinen ganz exakt auf meine Kniescheibe! Da war der Ford-Schlüssel mit dem zusätzlichen Sender für die Fernbedienung beim X300 deutlich eleganter!

    Aber sei’s drum, alles andere an diesem Wagen liebe ich, sicherlich wird er hier im Forum häufiger auftauchen!

    Beseelete Grüße, Hugo.

    „Also, ich mußte wieder auf ein paar Tage nach Bodenwerder. Meine Mutter wollte mich dringend sprechen. Sie hatte angerufen, ich solle doch bitte mal rasch kommen, es war ganz unheimlich gewesen am Telefon.“

    #18960
    Avatar-FotoLandstreicher
    Teilnehmer

    Hallo Hugo,

    da kann man nur gratulieren, alles richtig gemacht und er passt wunderschön zum Mini!!!!

     

     

    LG
    Peter

    #18964
    Avatar-FotoMichaelH
    Teilnehmer

    Kaum zu glauben, erst dieses, sonnigen Wochenendes, wurde ich von dem Vorgang, hinter vorgehaltener Hand, in Kenntnis gesetzt. Ich stelle jetzt fest, mein Informant, dessen Namen nicht genannt werden soll, hat in keinster Weise sich dazu verleiten lassen, in Übertreibung des Zustandes als auch der Umstände des Handels, zu schwelgen. Meinen ganz herzlichen Glückwunsch zu diesem wunderbaren, motorisierten Englischen Salon.

    Gruß aus Ffm,

    Michael

    #18965
    Avatar-FotoSan Remo
    Administrator

    Möchte zu gerne wissen, wer hier denn so tratscht?

    Investigative Grüße San Remo

    So lange ich hier was zu sagen habe, wird es kein Formel 1 Rennen in Bodenwerder geben! Bernie Ecclestone NZZ vom 24.07.2020

    #19026
    Avatar-Fotohugoservatius
    Administrator

    (…) am nächsten Tag kaufte Herr Remo den Jaguar für mich, ein frühes Exemplar des letzten Jaguars, der so aussieht, wie ein Jaguar aussehen sollte, ein XJ 6 der Baureihe X350, green over tan, 20 Jahre alt, mit überschaubarer Laufleistung, einigen, dem Alter der Besitzerin geschuldeten Kampfspuren, 16“-Rädchen und einem ganz wunderbaren Interieur, im Vergleich zu seinem extrem eleganten Vorgänger zwar etwas groß geraten, aber dennoch und gerade im Vergleich zu heutigen Autos einfach wunderbar!

    (…)

    Fortsetzung folgt, von der Wagenpflege erschöpfte Grüße, Hugo.

    Wie meine klugen Leserinnen und schönen Leser ja im Thread über Pierre Boulez‘ Badewanne  erfahren konnten, ist Prince Philip inzwischen wohlbehalten in Berlin eingetroffen, fast 2.000 problemlose Kilometer habe ich mittlerweile mit dem Wagen zurück gelegt und die nächste größere Reise steht Ende November bevor.

    Vorher werden dann aber ein paar Arbeiten an dem Jaguar durchgeführt, die Automatik schaltet bei höheren Drehzahlen nicht ganz so weich wie sie sollte, deswegen wird bei Royal Cars in Berlin Schöneberg das Getriebe gespült und zusätzlich eine kleine Durchsicht des Wagens erfolgen, zudem wurde von der Vorbesitzerin das vordere Park-Distance-System still gelegt und durch ein kleines, piependes Kästchen ersetzt, welches nur funktioniert, wenn man den Wagen in den Gängen 1 – 4 bewegt, eine sehr seltsame Konstruktion, die zurückgebaut werden wird.

    Und er bekommt – vorübergehend – wieder die kleineren Räder montiert, die schönen 18″-Felgen sind mit offensichtlich hart gewordenen Winterreifen bestückt, alle klugen Menschen, mit denen ich darüber gesprochen habe, sind überzeugt, daß das leichte Brummen bei Tempi über 130 km/h daher rührt, wenn es weg ist, sobald er die anderen Räder bekommen hat, spart sich Royal Motors die Fehlersuche…  Und im Frühjahr bekommt er dann neue Sommerreifen auf den 18″-Felgen.

    Und beim Aufbereiter bin ich gewesen – schließlich sollten die Kampfspuren an drei Radläufen sowie an der rechten Seite ebenso beseitigt werden, wie der Lack poliert und versiegelt werden.

    Das Angebot, welches ich für diese Arbeiten bekam, übersteigt den Kaufpreis nur marginal…

    Aus diesem Grund verzichte ich zunächst auf Politur und Versiegelung und bringe den Wagen zu meinem geschätzten Lackdoktor, der die Blessuren zu einem sehr angemessenen Preis beseitigen wird, polieren werde ich ihn dann im Frühling lassen, schlecht sieht er schon jetzt nicht aus!

    Oder?

    Über den Fortschritt der Arbeiten hier weiter berichtende Grüße, Hugo.

    „Also, ich mußte wieder auf ein paar Tage nach Bodenwerder. Meine Mutter wollte mich dringend sprechen. Sie hatte angerufen, ich solle doch bitte mal rasch kommen, es war ganz unheimlich gewesen am Telefon.“

    #19081
    Avatar-Fotohugoservatius
    Administrator

    So, Prince Philip steht wieder auf den Rädern, die das Sechszylindermodell serienmäßig hatte. Und nachdem mein Lieblingsmitarbeiter meines Reifenhändlers die Felgen aufgearbeitet hat, sehen sie auch völlig anders aus, als am Tag der Übernahme des Jaguars!

    Allerdings ist mit den wesentlich neueren Reifen das Brummen an der Hinterachse leider nicht verschwunden, also bekommt er in Kürze wieder die 18″-Felgen mit den Winterreifen montiert und diese Räder bekommen dann im Frühjahr neue Sommerreifen.

    Wobei ich finde, daß er mit den kleineren Rädern auch nicht schlecht ausschaut:

    Allerdings hatte ich gestern ein sehr interessantes Gespräch mit einem X350-Eigner, der das Phänomen des Brummens ab 130 – 140 km/h bei seinem Wagen ebenfalls hatte, bei ihm war es ein defektes Radlager an der Hinterachse.

    Momentan steht er beim Lackdoktor und ich bin sehr optimistisch, ihn Anfang nächster Woche wieder zu bekommen, mal sehen, ob es klappt, daß er dann noch in die Werkstatt kommt, bevor wir die nächste große Reise unternehmen werden. Ansonsten fahre ich eben nicht schneller als 130 km/h, da wo wir hin fahren, gilt sowieso ein Tempolimit…

    Reisefreudige Grüße, Hugo.

    „Also, ich mußte wieder auf ein paar Tage nach Bodenwerder. Meine Mutter wollte mich dringend sprechen. Sie hatte angerufen, ich solle doch bitte mal rasch kommen, es war ganz unheimlich gewesen am Telefon.“

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