Willkommen bei ClassicPassion Foren ClassicPassion Forum Lob der Limousine oder: Wie ich lernte, ein Unterstaatssekretärsauto zu lieben!

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  • #18485
    Avatar-Fotohugoservatius
    Administrator

    Im Fuhrpark der Familie Servatius hat ein neues Fahrzeug Einzug gehalten, ein Audi 6 3.0 TDI, inzwischen 17 Jahre alt, aber noch keine 140.000 km gelaufen.

    Nein, ich bin nicht vernünftig geworden, habe nicht den alten, feinen, empfindlichen Autos abgeschworen, eher im Gegenteil….
    Es kam so:
    Im März vergangenen Jahres verstarb mein Schwiegervater, ein feiner, alter Herr ohne jeglichen Bezug zu schönen oder besonderen Autos.
    Er hatte den A6 als seinen letzten Firmenwagen mit in Pension genommen, als er mit fast 80 Jahren die Geschicke des Unternehmens, für das er tätig war, in jüngere Hände übergab.
    Die Bestellung des Audi dürfte einfach gewesen sein:
    „Einen A6 bitte, möglichst schnell und sparsam. Und schwarz.“.
    „Gerne, welche Sonderausstattung hätten Sie denn gerne, Herr D.?“
    “Keine. Doch, ein Schiebedach. Und Sportsitze, die sollen gut für den Rücken sein, sagt mein Schwiegersohn.“
    „Sonst nichts???“
    „Sonst nichts. Schließlich sollte man Vorbild sein. Verschwendung ist unanständig.“

    Und so verließ im Jahr 2006 ein in seiner Kargheit absolutes Einzelstück die Ingolstädter Produktionshallen, zum Glück hatte Audi die Serienausstattung des A6 recht passabel spezifiziert, Alufelgen, Colorverglasung, ein CD-Radio, vier Kopfstützen und das Automatikgetriebe gab es ab Werk…

    Herr D. fuhr den Wagen stets zügig und legte Wert auf regelmäßige Wagenpflege und garagierte ihn immer in der Doppelgarage seines Hauses.

    Mit zunehmendem Alter benutzte er den Audi immer seltener, was seiner jüngsten Tochter sehr zu paß kam, hatte sie doch aus ideologischen Gründen das Auto abgeschafft und nutzte nunmehr statt des ökologisch korrekten Velozipedes den väterlichen Audi.
    Wagenpflege war nicht so ihr Ding, Einparken auch nicht und daß ihre Kinder den sorgsamen Umgang mit Gegenständen nur lernen, wenn ihre Eltern es ihnen vormachen, hatte sie auch noch nicht realisiert.

    So sah der A6 doch recht traurig aus, als sein Eigner letztes Jahr verstarb, rundum zerschrammt und verbeult, auf gräßlichen Aftermarket-Alufelgen, die junge Dame hatte verabsäumt, die Sommerreifen auf den originalen Alufelgen beim Reifendienst abzuholen, nun waren sie weg.

    Aber fahren, das tat er immer noch prächtig, schnell, mit beeindruckendem Drehmoment, bescheidenem Verbrauch, komplett klapperfrei und angenehm leise.
    Frau Servatius benutzte ihn häufiger für zügige Fahren zwischen Köln und Berlin, verschiedene Freunde liehen sich „Manfred“, wie ich ihn nach seinem Erstbesitzer benannt hatte, aus, wenn sie ein sicheres, viersitziges Fahrzeug brauchten und eigentlich sollte er verkauft werden, hatten die drei Schwestern beschlossen.
    Widerwillig ließ ich ihn schätzen, zugegebenermaßen wies ich dezidiert auf den Blech- und Lackzustand hin und das Ergebnis war erschütternd, was ich ganz gut fand, denn:
    Ich gelte nicht umsonst als die Mutter Theresa der Gebrauchtfahrzeuge…

    En passant, und ohne Frau Servatius zu informieren, gab ich Manfred zum Beulendoktor, der Innenraum sah nach intensiver samstäglicher Beschäftigung auch wieder ganz gut aus, bei Ebay fanden sich die Originalfelgen in sehr gutem Zustand zum Preis eines anständigen Nachtessens, die häßlichen „Audi Zentrum Köln“-Nummernschildhalter landeten im Müll, im „Plakettengrill“ des Wagens ließ ich die verchromten Ringe gegen glänzend schwarze austauschen, hinten wird das auch noch erfolgen, und ein Satz neuer Fußmatten hebt das Interieur erheblich!
    Nicht zu vergessen: Ventilkappen mit Audi-Ringen hat er jetzt auch…
    Und seit er jetzt auch ein passendes Berliner Kennzeichen hat, hat sich die Frage nach dem Verkauf dann auch erledigt!

    Warum ich Manfred so schätze?
    Er fährt einfach extrem gut, ist moderat schnell und enorm sparsam. Der Sechszylinder hat einen schönen, knorrigen Klang, die Sportsitze sind enorm gut, nach 17 Jahren und der Mißhandlung durch meine Schwägerin klappert und knarzt dennoch gar nichts.
    Und: Man reist in absoluter Anonymität und Klassenlosigkeit, keiner guckt interessiert oder gar neidisch, das Auto ist die perfekte Tarnkappe!
    Man ist weder arm noch reich, man ist nicht schick aber auch nicht peinlich, der Wagen transportiert keinerlei Botschaft.
    Irgendwie ganz erholsam…

    Unterstaatssekretärshafte Grüße, Hugo.

    „Also, ich mußte wieder auf ein paar Tage nach Bodenwerder. Meine Mutter wollte mich dringend sprechen. Sie hatte angerufen, ich solle doch bitte mal rasch kommen, es war ganz unheimlich gewesen am Telefon.“

    #18487
    Avatar-FotoSan Remo
    Administrator

    Und wieder ein…… nun ja, weiteres Fahrzeug in der etwas schräg, schrulligen, aber liebenswerten Autosammlung  „Servatius“!

    Hinsichtlich der Ausstattungsdetails und die Art der Benutzung, müssen Manfred D. und mein Vater eineiige Zwillinge gewesen sein.

    Sich auf weitere Gebrauchtfahrzeuge in Ihrem Hause einstellende Grüße   San Remo

    • Diese Antwort wurde geändert vor 1 Jahr, 1 Monat von Avatar-FotoSan Remo.

    So lange ich hier was zu sagen habe, wird es kein Formel 1 Rennen in Bodenwerder geben! Bernie Ecclestone NZZ vom 24.07.2020

    #18491
    Avatar-Fotohugoservatius
    Administrator

    Alles muss man jedoch glücklicherweise nicht übernehmen.

    Das stimmt…

    Und zugegebenermaßen habe ich ihn auch nicht persönlich übernommen, sondern in eine GmbH, an der ich beteiligt bin, überführt, das Auto war mir einfach zu schade für einen Fähnchenhändler oder ähnliche Käuferkandidaten…  Und es ist mir ganz lieb, daß mein Partner nicht immer mit seinem Britischen Automobil vorfährt, schon aus geschäftlichen Gründen.

    Hintersinnig agierende Grüße, Hugo.

    „Also, ich mußte wieder auf ein paar Tage nach Bodenwerder. Meine Mutter wollte mich dringend sprechen. Sie hatte angerufen, ich solle doch bitte mal rasch kommen, es war ganz unheimlich gewesen am Telefon.“

    #18492
    Avatar-FotoEcki1960
    Teilnehmer

    Dann erst einmal herzlichen Glückwunsch zum Audi A6 in Ihrem Fuhrpark, lieber Herr Servatius! So ist das mit den aktuellen oder fast aktuellen Audi-Modellen, man kann über sie und ihre Formgestaltung sicher unterschiedlicher Auffassung sein, aber so ein Audi fährt einfach extrem gut und ist ein höchst angenehmer Begleiter im Alltag, was ich auch täglich mit unserem Alltags-Audi feststellen darf.

    Immer einen Tropfen Diesel im Tank wünschende Grüße

    E N-R

    #18749
    Avatar-Fotohugoservatius
    Administrator

    Kleines Update, der Audi hat mittlerweile auch hinten schwarze Ringe bekommen, was ihn tatsächlich deutlich moderner wirken läßt, erstaunlich, was solch ein winziger Detail doch ausmachen kann.

    Und:
    Er ist geadelt worden!
    Er trägt nunmehr einen Aufkleber der Wiesbadener Automobil Clubs!

    Sich ein bißchen mit fremden Federn schmückende Grüße, Hugo.

    „Also, ich mußte wieder auf ein paar Tage nach Bodenwerder. Meine Mutter wollte mich dringend sprechen. Sie hatte angerufen, ich solle doch bitte mal rasch kommen, es war ganz unheimlich gewesen am Telefon.“

    #18752
    Avatar-FotoErictrav .
    Teilnehmer

    Fehlen zu den schwarzen Ringen noch die schwarzen Felgen.

    Seit vor langer Zeit Piech Audi verließ habe ich immer einen großen Bogen um die Büchsen gemacht.

    Dieser lächerliche Spruch, Vorsprung durch Technik, die haben seit den 90ern keine erwähnenswerten Entwicklungen mehr gemacht.

    Und jetzt stehen sie da, die Erfinder des Diesel Betruges, keine aktuellen Modelle, alles sieht seit Anfang 2000 gleich aus, keine Technologiesprünge, kein Absatz, Frühpensionierung und und und.

    Audi ist letztendlich Schuld an den Problemen des Konzerns. Leider wurde der Verkauf der Marke verpasst.

    Das Blöde am Urlaub sind die Touristen.

    Don't drink and drive!

    #18754
    JaHaHe
    Teilnehmer

    Lieber Erictrav,

    hier muss ich intervenieren für mich macht Audi seit langem die erstrebenswertesten „normalen“ deutschen Autos.

    Horcht meinen Gedanken:

    1. Der erste TT ist eine Designikone, über die folgenden Generationen schweigen wir.

    2. Der A2 ist ein wunderbares Stadtauto, würden wir in einer echten Stadt wohnen hätte ich einen. Dieses Design hätte eine Neuauflage mit Elektromotor verdient.

    3. Der A8 ist unter den Oberklasseautos das einzige, welches ich vorstellen könnte zu fahren. Da ich weder einen Puff noch eine Shishabar betreibe ist die S Klasse leider raus. Ebenso ein 7er BMW, ein Auto für Projektentwickler die hässliche Wohnblocks in Naturschutzgebiete in den Isarauen bauen wollen. Nein einen unauffälligen A8 mit dem Benziner könnte ich mir grundsätzlich als Langstreckenfahrzeug vorstellen (und da ich der einzige bin, der das so sieht, sind die Leasingraten, Herr servatius überlesen sie das, unfassbar niedrig) allerdings besteht meine Frau selbst auf der Strecke Frankfurt Bremen auf die Lufthansa, also haben wir keine Langstrecken.

    4. Der R8: Mein Nachbar hat einen dunkelgrünen V10. Hier wird man schon ein bisschen neidisch. Das Auto fährt sehr gut und ist sicherlich ein tolles Winterauto. Mutig, dass Audi damals noch einmal einen echten Sportwagen machte.

    5. A4 und A5 Cabriolet. Sauber gezeichnete unaufgeregte Alltagsautos für das Fahren ohne Dach. Zur Not kommt man auch zum Skifahren damit. Da ich den Verlust von Alltagscabriolets sehr bedaure, für mich eines der letzten seiner Art. So unaufgeregt, dass ich immer vergesse, dass ich eigentlich eines kaufen will.

    6. A6 und A4 Allroad. Ein Auto für Menschen wie König Charles oder eben mich. Schlechte Wege, kein Problem. Schnee kein Problem. Hund und Gewehr passen hinein, man fällt aber auch nicht unangenehm auf, wenn man damit zu einer Gartenparty von Daxvorständen fährt. Die beste Idee aller Zeiten in Bezug auf Alltagsautos. Ein Auto wie ein Range Rover, nur dass es kaum von den falschen Menschen gefahren wird. Anders als der Range Rover, der ja eine gewisse Aura von „Das Haus auf Ibiza ist bei der letzten Scheidung draufgegangen“ mit sich bringt.
    ich suche jedenfalls aktuell nach einem A6 Allroad mit großem Benzinmotor und hoffe diesen bald vorstellen zu können.

    Durchaus Audiaffine Grüße,

    J.
    PS: In Manfred werde ich in Berlin auch regelmäßig chauffiert und kann alles geschriebene nur bestätigen!

    "Also, es fängt damit an, daß ich bei Fisch-Gosch in List auf Sylt stehe und ein Jever aus der Flasche trinke und von Bodenwerder träume"

    #18756
    JaHaHe
    Teilnehmer

    Lieber Mitforist,

    trotz des obigen Beitrags haben Sie natürlich völlig recht.

    schizophrene Grüße,

    J.

    "Also, es fängt damit an, daß ich bei Fisch-Gosch in List auf Sylt stehe und ein Jever aus der Flasche trinke und von Bodenwerder träume"

    #18757
    Avatar-FotoErictrav .
    Teilnehmer

    Lieber Herr JaHaHe,

    natürlich haben Die mit den ersten beiden Punkten vollkommen Recht.

    Vor allem der A2, das war echte Innovation, Vorsprung durch Technik.

    Der TT, naja, wohl das Beste, was man auf einer Golf 4 Plattform bauen konnte.

    Natürlich sind beide Fahrzeuge in den Ende der 90er entstanden, als Sudi noch ein wenig nach Piech roch und tickte.

    Dach dann kam die große Einöde, keine Innovation und unter Wiko die Abgasgangster.

    Audi ist seit den 2000ern tot. Leider. Denn in den 80ern und 90ern waren sie tatsächlich innovativ, in den 70ern haben sie den Konzern gerettet.

    Anbei noch die Produktionszahlen, Niveau von 2010 ist fast erreicht.

    Das Blöde am Urlaub sind die Touristen.

    Don't drink and drive!

    #18758
    Avatar-Fotohugoservatius
    Administrator

    Fehlen zu den schwarzen Ringen noch die schwarzen Felgen. Seit vor langer Zeit Piech Audi verließ habe ich immer einen großen Bogen um die Büchsen gemacht.

    Schwarze Felgen, lieber Herr Trav, wird es an meinen Autos nicht geben!
    Und die glänzend schwarzen Ringe sind in der Tat die einzigen Veränderungen, die das Auto verträgt, in Verbindung mit dem gesamt schwarzen Auftritt sieht das Auto tatsächlich ein kleines bißchen moderner aus. Der Rest bleibt, wie er ist. Selbst auf die Audi-Design-Fußmatten mit Emblem und silbernen Nähten habe ich zugunsten der ganz normalen Fußmatten verzichtet.

    Zu Ihrer Eloge gegen die Marke hat Herr He eigentlich schon alle geschrieben, Ich möchte nur noch drei Punkte erwähnen:

    1. Der erste TT.
    Ich hatte diesen Wagen, noch aus der allerersten Serie, ohne Heckspoiler, das Auto war ein wunderbares Stück Design, innen wie außen, und fuhr sich aus meiner Sicht ausgezeichnet. Mein Auto hatte 240.000 km auf dm Tacho, als ich es verkauft habe, ohne jede Probleme hat er diese Laufleistung erreicht und ich habe nie wieder in einem so modernen, so perfekt gestalteten Innenraum wie im TT gesessen.

    2. Der A2.
    Ein Meisterwerk von Design und Technologie, bis heute völlig zeitlos und von einer viel größeren Modernität als alles, was heute in dieser Klasse von den Bändern rollt. Die Grundform lebt bis heute im BMW i3 weiter.

    3. Das Design der Zeit von 2000 bis ca. 2015.
    Audi hat in dieser Zeit extrem sauber gezeichnete, schlichte Fahrzeuge gebaut, die den Mitbewerbern von BMW und vor allem Mercedes gestalterisch weit überlegen waren, erst als man glaubte, die Autos kantiger und aggressiver machen zu müssen, haben sie ihre Qualität verloren.
    Exemplarisch möchte ich den ersten A5, sowohl als Coupé, als Cabriolet und auch als Sportback erwähnen, auch der erste A7 war extrem elegant, außer dem A8 waren die Limousinen nie meine Präferenz, aber die Kombis des A4 und A6 waren immer sehr ansehnlich, insbesondere der erste A6 Allroad in dem herrlichen Graugrün- Metallic mit den karierten Sitzen würde schon in meiner Garage stehen, fände ich denn einen mit einer Laufleistung unter 500.000 km…

    Den Haß auf die Marke nicht teilen könnende Grüße, Hugo.

    „Also, ich mußte wieder auf ein paar Tage nach Bodenwerder. Meine Mutter wollte mich dringend sprechen. Sie hatte angerufen, ich solle doch bitte mal rasch kommen, es war ganz unheimlich gewesen am Telefon.“

    #18759
    Avatar-FotoErictrav .
    Teilnehmer

    Das ist kein Haß, das ist Ärger darüber, wie man eine Marke vernichtet und der Lächerlichkeit Preis gibt.

    A2 und auch TT bestätigen mich doch nur. Danach kamen nur noch übelste Derivatee anderer Fahrzeuge nach dem Motto Show & shine. Schlechte Qualität, veraltete Technik. Es gipfelte im Dieselbetrug.

    Fein gezeichnete Autos 2000 bis 2015?

    Mit dem häßlichen Q7 Monster brachte Audi eine völlig neue Aggressivität auf die Straße. Audi war zu der Zeit der böse Blick der Straße.

    Mit dem Single Frame Grill haben Sie das Design der älteren Audi karikiert. Man ychaue sich nur die Entwicklung des A8 an und stelle ihn der S-Klasse gegenüber. Was war der A8 D2 für ein feines, schnelles Auto. Was war der A8 D3 für ein aggressiver Vertreter Diesel.

    Die Marke hat einfach alles verloren, wofür sie unter Piech stand. Auch kein Wunder, wenn man jahrelang keinen Entwicklungsvorstand hat.

    Das Blöde am Urlaub sind die Touristen.

    Don't drink and drive!

    #18760
    Avatar-FotoErictrav .
    Teilnehmer

    Ach, ich vergaß, bei der E-Mobilität haben sie auch schon den Anschluss verloren. Nicht nur das, sie bringen die Cash Cow Macan seit 2 Jahren nicht auf die Straße und verursachen Mrd Kosten ohne Ausdicht auf Einnahmen. A6 is such schon ein Jahr überfällig, die reissen jeden SoP und das ist tödlich.

    Enttäuschte Grüße, Eric

    Das Blöde am Urlaub sind die Touristen.

    Don't drink and drive!

    #18761
    Enzo
    Teilnehmer

    Die Marke Audi mag an Emotionalität, Fortschritt und Klasse verloren haben.
    Finanziell sieht das Bild ganz anders aus.
    Nehmen wir uns die Jahre 2010 und 2020. Die Produktionszahlen lagen auf einem etwa gleichen Niveau.
    Der operative Gewinn betrug 2010: 3.3 Mrd., in 2022 bei 7.6 Mrd. Das entspricht einer Steigerung von 130%.

    Grüße aus der Finanzabteilung

    #18762
    Enzo
    Teilnehmer

    Korrektur: Ich sprach natürlich von dem Jahr 2022

    #18763
    Avatar-Fotohugoservatius
    Administrator

    „Sehe ich so aus, als würde ich ein deutsches Auto fahren?“

    Lieber Herr Fachkollege, es stellt sich die Frage:

    Wie sieht man aus, wenn man ein Deutsches Auto fährt?

    Heute fahre ich ein ganz kleines, Italienisches Auto, da dürfte mein Outfit passen, Schuhe und Jackett aus Italien, Hemd und Hose von meinem Deutschen Schneider, allerdings aus Italienischen Stoffen. Einstecktuch aus England, Brille aus New York, Uhr aus Sachsen.

    Aber gestern? Da fuhr ich ein schwedisches Auto in Schuhen, Hemd und Hose aus den Vereinigten Staaten, Daunenjacke aus Italien und einer Uhr aus der Schweiz. Ging eigentlich gar nicht…

    Und unlängst fuhr ich tatsächlich ein Deutsches Auto, aus einer Schwäbischen Qualitätsschmiede. Völlig unpassend trug ich Italienische Schuhe und Hose, Hemd und Jackett wiederum von einem Deutschen Schneider aus Stoffen mir nicht bekannter Herkunft und eine Karwatte und ein Einstecktuch aus Frankreich. Ich fand, daß ich sehr gut in das Deutsche Auto paßte, sogar das Zifferblatt der Uhr aus der Schweiz paßte zum Lack des Fahrzeugs.

    Allerdings: Vor einigen Wochen hatte ich das Privileg, ein Italienisches Auto edelster Herkunft fahren zu dürfen, den Ferrari meines lieben Freundes San Remo. Ich war tatsächlich absolut unpassend gekleidet, in Bermuda-Shorts und Segelschuhen aus den USA und einem Polohemd aus Frankreich, zu meiner Entschuldigung kann ich nur anführen, daß es schrecklich heiß war und Herr Remo nicht wesentlich anders gekleidet war.

    Also, wie sollte man im Audi gekleidet sein?

    Anzug von Dolzer, Hemd von Olymp und Schuhe von Lloyd? Habe ich alles nicht, klappt nicht.

    Aber eine große Freude an der Unterschiedlichkeit der von mir benutzten Fahrzeuge, der Eleganz und Aura der Italiener, der exzentrischen Eigenständigkeit der Briten, der puristischen, etwas spröden Perfektion der Deutschen, dem leichtlebigen Esprit der Franzosen, der kühlen Funktionalität der Schweden, der smarten Genialität einer Schweizerisch-Deutsch-Französischen Coproduktion.

    Die Internationalität war lange Zeit keine ausgeprägte Eigenschaft der Deutschen, das hatte sicher auch mit der Geschichte dieses Landes zu tun. Aber Internationalität ist ein Zeichen für Offenheit, eine Offenheit gegenüber anderen Kulturen, Nationen, Denkweisen und Technologien.

    Deshalb morgen wieder ein Französisches Fahrzeug mit ungarischen Schuhen fahrende Grüße, Hugo.

    „Also, ich mußte wieder auf ein paar Tage nach Bodenwerder. Meine Mutter wollte mich dringend sprechen. Sie hatte angerufen, ich solle doch bitte mal rasch kommen, es war ganz unheimlich gewesen am Telefon.“

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